Konnichiwa Japan – Guten Tag Japan

P1020703Auf keiner unserer bisherigen Reisen haben wir derart viele neue kulinarische Erlebnisse erfahren wie in Japan. Aber nicht nur bzgl. Essen ist Japan eine interessante Destination, ich war beeindruckt von der Freundlichkeit der Menschen, ihrer Begeisterung für die blühenden Kirschbäume, ihrer Organisiertheit, aber auch ihrer Bescheidenheit und besonders auch ihrem respektvollen Umgang miteinander. Ausserdem ist es wirklich unglaublich sauber. Ich dachte bisher, dass die Schweiz sehr sauber ist – aber Japan toppt dies bei weitem. Kein Abfall liegt herum, kein Kaugummi oder Papierchen ist am Boden zu sehen. Und dies, obwohl man Abfalleimer suchen muss…

Aber auch kulturell hat Japan viel zu bieten. Schön waren die vielenP1030104
buddhistischen Tempel und Shintõ-Schreine. Interessant ist ja, dass viele Japaner nicht nur eine Religion haben, sondern sowohl Buddhisten wie auch Shintoisten sind. Aber eigentlich wollte ich ja nur etwas über das Essen in Japan schreiben. Und das werde ich nun auch tun.

Auf dem Markt

In Tokyo waren wir auf dem berühmten Tsukijimarkt, dem grössten Fischmarkt weltweit. Will man diesen allerdings noch erleben, muss man sich beeilen. Ende 2016 wird dieser nämlich geschlossen und an einem anderen Ort soll ein neuer, moderner und hochtechnisierter Fischmarkt entstehen.

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Auf dem Tsukijimarkt gibt es aber nicht nur alles aus dem Meer, sondern auch Gemüse und Früchte zu kaufen. Es gab Frühlingsgemüse, das wir bisher noch nie gesehen haben, geschweige denn den Namen aussprechen (und merken) konnten.

P1020715Ganz toll fand ich den frischen Wasabi. Bis jetzt kannte ich das Gewürz nur als grüne Paste oder Pulver. Für unseren Sushikurs haben wir eine solche Wurzel gekauft und später frisch gerieben gegessen. Der frische Wasabi war zwar etwas weniger P1020721scharf, als erwartet, aber der Geruch in der Nase ist einmalig. Eine weitere Spezialität in Japan ist eingelegtes Gemüse. Dieses kann in den verschiedensten Sorten gekauft werden, wie z.B. Rettich, Gurken oder auch Rüebli. Bei einem Essen wird das Gemüse in kleinen Schälchen serviert. Es ist erstaunlicherweise recht knackig und schmeckt wirklich gut. Nicht zu salzig und nicht zu sauer.

Natürlich haben wir auf dem Markt viele tolle Fische und andere Meerestiere gesehen. Riesige Thunfische, Krabben, Aale, aber auch Seeigel, Muscheln, Rogen in verschiedenen Varianten, und und und. Es war unglaublich spannend und alles war wirklich fangfrisch.

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Für mich ist der Besuch eines Marktes immer ein besonderer Höhepunkt einer Reise. Es gibt so viel zu sehen, zu riechen und zu staunen. Und der Tsukijimarkt in Tokyo war auf jeden Fall einer der interessantesten Märkte, die ich bisher sehen konnte. Ein tolles Erlebnis.

Eine kulinarische Reise

Frühstück

P1020898Zum Glück bekamen wir meist ein westliches Frühstück mit verschiedenen Broten, Müesli, Konfitüren, Käse, etc. In einem Ryokan, einem der traditionellen japanischen Hotels, bekamen wir dann aber doch ein richtiges japanisches Frühstück serviert. Es gab viele verschiedene Schälchen gefüllt mit Reis, Tofu, Misosuppe, Salat, Fisch, Rogen, Weizengluten und noch einiges mehr. Es war zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber geschmeckt hat es trotzdem sehr gut. Allerdings ist mir ein einfaches Joghurt mit Früchten doch etwas lieber und für mich ausreichend. Aber es war definitiv ein kulinarisches Erlebnis. Viele Japaner essen heutzutage zum Frühstück übrigens auch keinen Reis mehr, sondern wie wir in Europa Brot mit verschiedenen Aufstrichen.

Fisch

imageWer frischen Fisch und alles was im Meer lebt gerne isst, der muss unbedingt einmal auf Japan. Ich habe noch nie so viele frische Meerestiere gegessen. Die Auswahl ist enorm und der Geschmack einfach toll. Vieles haben wir roh gegessen, aber auch als Tempura oder gegrillt. Wir hatten verschiedene Fische (grosse und ganz kleine), Tintenfische, Aal, Krabben, Seeigel, Seeschnecken, aber auch Rogen und sog. „Soft Roe“, also weicher Rogen, was allerdings der Samen von männlichen Fischen ist. Aber auch dieser hat geschmeckt. Und wenn man schon einmal die Gelegenheit hat, Neues zu versuchen und dies auch noch so frisch, sollte man es auch tun. Es war meist einfach nur köstlich.

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Fleisch

IMG_2362Wer kennt es nicht, das berühmte japanische Rindfleisch mit seiner tollen Fettmaserung. Es ist wunderbar weich und sehr aromatisch. Bei uns kennen wir dieses unter dem Begriff Wagyubeef. Aber eigentlich ist es eine bestimmte Rinderrasse, welche ja nach Region unterschiedlich heisst, wie z.B. Kobe- oder Hidabeef. Wir durften das leckere Rind auf verschiedene Arten kosten und es war immer ein Erlebnis:

  • Sukiyaki: fein geschnittenem Rindfleisch, welches angebraten und in einer süssen Sojasauce kurz gekocht wird. Dazu wird Gemüse, Salat, Pilze oder auch Nudeln wie in einem Eintopf mitgekocht. Vor dem Essen werden alle Zutaten in einer Schale mit gequirltem Ei getunkt.
  • Ishiyaki: eine Art Tischgrillgericht. Neben tollen Fleischstücken grilliert man auch verschiedenes Gemüse und Pilze.
  • Shabu Shabu: kommt unserem Fondue Chinoise sehr nahe. Man kocht fein geschnittenes Rindfleisch in eine Dashi- oder auch Sojabrühe. Dazu gibt es Lauchzwiebeln, Chinakohl, Pilze, aber auch Seidentofu, welche man ebenfalls in der Brühe gart. Gerne werden am Ende auch noch Nudeln in die Brühe gegeben und gegessen. Dazu werden zwei Saucen serviert: Ponzu, eine Sojasauce mit Yuzusaft (Zitrusfrucht) und eine Sesam-Sojasauce.

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Kaiseki-Dinner

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Wir kamen auch in den Genuss eines tollen Kaiseki-Dinners. Dieses Essen besteht aus mehreren Gängen, welches in verschiedenen Schälchen serviert wird und immer der Saison angepasst ist. Also genau wie ich es mag: frisch und saisonal. Es besteht aus viel Gemüse, Fisch und Fleisch. Neben Vorspeisen, gibt es eine Suppe, rohen Fisch, gegrillten Fisch und einen gedämpften Gang. Der Fleischgang wird mit Reis und einer Misosuppe serviert. Zum Abschluss gibt es ein kleines süsses Dessert. Obwohl es sehr viele verschiedene Speisen gab, fühlte man sich nicht überessen, wie es bei unseren MehrgängernIMG_2480 oft der Fall ist. Es liegt wohl daran, dass alles sehr natürlich und leicht zubereitet wird – ohne viel Fett und Zucker. Wie es sich in Japan gehört hatten wir einen Sake (Reiswein) als Begleitung. Die Auswahl an Sake ist in Japan sehr gross und es gibt wie beim Wein aus Trauben auch süssere und trockenere/herbere Sorten.

Nudelsuppe und „Pizza“

Lecker waren auch die Nudelsuppen. So hatten wir welche mit Udon, aus Weizenmehl bestehende dicke Nudeln und Soba – dünne braun-graue Nudeln aus Buchweizen. Die Suppen waren meist wenig salzig. Als Beilage gab es frittierten Tofu, Lauchzwiebeln oder auch Shrimps.

imageWas wir unbedingt auch versuchen wollten, war Okonomiyaki, eine Art japanische Pizza aus fein geraspeltem Kohl, Mehl, Ei und Dashi. Man kann diese z.B. mit Shrimps oder Speck als Beilage haben. Oft wird sie gleich am Tisch auf einem heissen Grill zubereitet oder aber auch in der Küche gemischt und gebacken und nur auf der heissen Tischplatte serviert. Am Tisch geniesst man diese mit getrockneten hauchdünnen Bonitoflocken (ein Thunänlicher Fisch), japanischer Mayonnaise und einer braunen dickflüssigen Sauce. Im Grunde genommen ist das Gericht eigentlich eher eine Art Pfannkuchen, aber aufgrund der Zubereitungsart nennen sie diese auch Japanische Pizza.

Matcha Tee

Grüntee, resp. Matchatee ist allgegenwärtig. Es gibt ihn als kalten Grüntee in der Flasche (ohne Zucker), als Kekse, als Eis oder auch in Form von Nudeln. Aber die Krönung ist es auf jeden Fall, den Matchtee in einer Teezeremonie geniessen zu dürfen. Wir haben einige besucht. Eine davon war in einem sehr alten Teehaus, bei einer anderen hat die Gastgeberin das Wasser gleich vor uns gekocht und zubereitet – was heute nur in der kälteren Jahreszeit gemacht wird, eine andere war eher ein öffentliches Lokal. Die Zeremonie selber ist aber immer etwa gleich abgelaufen. Bevor man ins Teehaus eintritt, zieht man die Schuhe aus und setzt sich auf den Boden, wer kann auf die Knie. Vor oder mit dem Tee wird eine kunstvolle Süssigkeit aus Azukibohnen serviert. Das Servieren der Teeschale wird von einer gegenseitigen kleinen Verbeugung begleitet. Die immer farbig und schön zubereitete Süssigkeit wird vor dem Tee mit einem kleinen Stäbchen vollständig gegessen. Erst danach nimmt man die Teeschale, betrachtet diese voller Respekt und Wertschätzung und legt sie auf die linke Hand. Danach dreht man die Schale mit der rechten Hand zweimal im Uhrzeigersinn, sodass der ansprechende schöne Teil der Schale von einem wegschaut, damit man diese nicht berührt. Dann wird der Tee in 2-3 Schlucken getrunken. Bevor man die Schale wieder hinstellt, dreht man diese wieder in zwei Bewegungen zurück.

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Arigatou und Sayounara!

Danke und Auf wiedersehen!

IMG_2519Zwei richtige Geisha’s haben wir auch erleben dürfen. Es sind japanische Unterhaltungskünstlerinnen (keine Prostituierten wie viele bei uns in Europa glauben), welche traditionelle japanische Künste darbieten. Geisha ist heute ein Beruf mit einer mehrjährigen Ausbildung in den traditionellen japanischen Künsten wie Gesang, das Spielen verschiedener Musikinstrumente, traditionellem Tanz, Kalligraphie und Konversation. Sie sind eigentliche Bewahrerinnen der japanischen Kultur. Sie sind sehr anmutig, aufwendig geschminkt, ihre Frisur ist kunstvoll gesteckt und sie tragen wunderschöne Kimonos. Mit japanischen Freunden verbrachten wir einen unvergesslichen Abend in einem Geishahaus. Für uns ein tolles Erlebnis – aber wie aus einer anderen Welt – , unglaublich interessant und bei Musik und Spiel war es aber vor allem auch ein sehr lustiger Abend.

Japan war eine wunderbare Erfahrung und es wird bestimmt nicht unser letzter Besuch sein – im Land der aufgehenden Sonne!

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