Ristorante Bindella Zürich

imageDas Ristorante Bindella ist wie eine kleine Reise nach Italien. Nicht nur das Essen, sondern die ganze Atmosphäre ist für mich Italien pur. Von der Einrichtung – der schönen alten Bar, bis zu den Kellnern passt alles. Mein Mann und ich gehen nach einem Stadtbesuch an einem Samstag immer wieder gerne ins Bindella – aber nicht ohne vorher zu reservieren. Ohne Reservierung muss man es gar nicht erst versuchen. Das Restaurant könnte an einem Samstagmittag gut und gerne doppelt gefüllt werden. Es ist viel Betrieb und auch etwas laut. Aber das gehört einfach dazu. Für ein ruhiges Tête-à-Tête gehe ich Samstagmittag nicht ins Bindella, da gibt es bestimmt passendere Orte. Aber für ein gutes italienisches Essen, einem schönen Glas Wein in einer tollen, etwas lauten aber typischen italienischen Atmosphäre – und dies mitten in Zürich – kann ich das Bindella nur empfehlen. Klar, es ist auch ein wenig „Schicki Micki“, aber gerade deshalb gibt es immer etwas zu beobachten und es ist nie langweilig.

Das Essen finden wir natürlich auch ganz wunderbar. Aber auch der Service gefällt uns – immer freundlich, aufmerksam und sehr schnell. Kaum am Tisch bekommt man schon ein Schälchen mit gutem Olivenöl Extra vergine und ein Körbchen mit knusprigem Brot. Aber auch eine Flasche Aceto Balsamico di Modena steht auf jedem Tischchen. So hat man schon den ersten kleinen Hunger gestillt und freut sich auf das, was noch kommen wird.

Aber jetzt ein paar Worte zum Wichtigsten – das Essen. Italienisch, ist ja klar. Aber nicht Pizza und einfache Pasta, sondern anspruchsvolles Essen mit Antipasti, Minestre (Suppen), Intermezzo (Zwischengang), Pesce (Fisch), Carne (Fleisch) und natürlich Contorni (Beilagen) und Formaggi (Käse). Als Vorspeise mag ich besonders das Rindscarpaccio mit Parmesan, die Tomatensuppe, Tomaten mit Büffelmozzarella, aber auch die selbst gemachten Nudeln mit Trüffel (je nach Saison). Als Hauptspeise esse ich meist die Kalbsleber mit Salbei und Zwiebeln und dazu ein feines Risotto. Sehr gut zubereitet und einfach wunderbar. Zuhause koche ich nie Leber. Erstens, weil es mein Mann nicht mag und zweitens, weil ich es nie annähernd so gut hinbekommen würde, wie die Chefs im Ristorante Bindella. Empfehlen kann ich aber auch die Seezunge mit Zitronenbutter und Blattspinat oder auch das Kalbsschnitzel an Zitronensauce mit Tagliatelle.

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Die Weine stammen natürlich aus den verschiedenen Regionen in Italien. Von einfacheren Tropfen bis zu einem teuren Ornellaia hat die Karte so einiges zu bieten. Auch einige offene Weine und ein paar gute Kleinflaschen sind zu haben. Wir bestellen in den Restaurants oft auch einfach eine normalgrosse 7,0 dl-Flasche, trinken aber nur die Hälfte und nehmen dann den Rest nach Hause.

Nicht fehlen dürfen aber auch die Dolci, die feinen Desserts. Mein Mann wählt immer die kleinen in Papier eingewickelten Rahmglace-Würfel mit Schokolade umhüllt, die „Dai-Dai“. Echt italienische Gelati! Er liebt Glace und ein paar dieser kleinen Würfel gehen immer (behauptet er!).

Bindella ist aber nicht nur ein Restaurant, sondern auch ein Zürcher Familienunternehmen mit rund 1300 Angestellten. Sie führen über 40 Restaurants (mehrheitlich in Zürich, aber auch in der restlichen Schweiz und eines sogar in Tel Aviv), einen Weinhandel und einen eigenen Weinanbau. Zum Unternehmen gehören aber auch noch die Bereiche Immobilien und Handwerk wie Gipser- und Malerei. Ein schnell gewachsenes Unternehmen, welches 1909, also vor etwas mehr als 100 Jahren, gegründet wurde.

Wisst ihr, was ich beim Verfassen dieses Artikels gelernt habe? Schreibe nie über ein Restaurants, wenn du einen leeren Magen hast. Ich sterbe jetzt nämlich fast vor Hunger 🙂 .

Ristorante Bindella, In den Gassen 6, 8001 Zürich

4 thoughts

  1. Bitte nicht als Besserwisserei einstufen, das ist es bestimmt nicht, habe aber eine Anregung für Dich was Leber betrifft.Falls Du doch versuchen möchtest:-)))) Ich lege sie in Buttermilch ein wenn die Zeit zulässt.Meist über Nacht in den Kühlschrank. Hole sie anschließend raus und lasse gut temperieren. Trocken tupfen , Salzen , pfeffern und leicht melieren. Am besten in heiße Butterschmalz kurz anbraten, so ca. 1,5-2 Minuten pro Seite. Mir gelingt die Sache immer…Schöner Bericht.

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    1. Vielen Dank, Jack. Das ist überhaupt keine Besserwisserei! Im Gegenteil, ich bin immer sehr froh und dankbar, Neues zu lernen und Tipps zu bekommen. Man lernt ja nie aus, oder? Und vielleicht wage ich mich ja jetzt doch einmal an ein Gericht mit Leber. 😃 LG Carmen

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  2. Liebe Carmen, ich kenne das Restaurant sehr gut. Habe nicht unweit davon lange gearbeitet. Das ist zwar schon ein paar Jahre her, (1988) aber es hat sich nichts geändert an deiner Beschreibung. Wirklich zu empfehlen, wenn man für ein Abend nach Italien in die Ferien möchte.
    Lieber Gruss
    Roger

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